Forderungsausfallversicherung Kosten

Wonach richten sich die Kosten bei einer Forderungsausfallversicherung?

Wie bei allen anderen Produkten der Branche auch, hängen bei der Forderungsausfallversicherung die Kosten von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zunächst einmal spielt natürlich die individuelle Preisgestaltung des jeweiligen Versicherers eine wichtige Rolle. Je nachdem, wie hoch die Provisionen und die üblichen laufenden Ausgaben sind, wird das Unternehmen die Margen kalkulieren und in Abhängigkeit davon die vom Versicherungsnehmer zu tragenden Kosten für die Forderungsausfallversicherung entsprechend festlegen. Diese spiegeln sich dann in der Höhe der Versicherungsprämie wider.

Abgesehen von der Preisgestaltung der Versicherungsunternehmen spielen aber auch noch einige andere Faktoren eine Rolle für die Kosten einer Forderungsausfallversicherung. Diese wiederum liegen auf der Seite des Kunden. So sind beispielsweise die folgenden Kriterien von Bedeutung:

  1. Jahresumsatz: In Abhängigkeit vom Jahresumsatz wird die Versicherungssumme festgelegt. Je höher der Betrag ist, den das Versicherungsunternehmen im Schadensfall zahlen muss, desto höher liegen auch die Kosten für die Forderungsausfallversicherung.
  2. Branche: Auch die Branche spielt eine Rolle für die Höhe der Kosten bei einer Forderungsausfallversicherung, weil in bestimmten Bereichen naturgemäß sehr hochwertige Waren gehandelt werden.
  3. Bonität des Kunden: Außerdem wird die Bonität, das heißt die Kreditwürdigkeit, des oder der Kunden des Versicherungsnehmers betrachtet. Dies lässt sich leicht nachvollziehen, denn aus der Kreditwürdigkeit ergibt sich unmittelbar das Risiko für den Versicherer, tatsächlich zahlen zu müssen. Je besser der Kunde in dieser Hinsicht bewertet wird, desto niedriger fallen die Kosten für die Forderungsausfallversicherung aus.
  4. Vorschäden: Es erklärt sich von selbst, dass vorhandene Vorschäden die Kosten für die Forderungsausfallversicherung erhöhen, weil sie ein erhöhtes Risiko darstellen.
  5. Zahlungsziele: Schließlich sind auch die Zahlungsziele von Bedeutung, weil sie die Grundlage dafür sind, ab wann ein Zahlungsverzug bzw. Forderungsausfall vorhanden ist – ab wann das Versicherungsunternehmen also einspringen muss.

Außerdem hängt die Höhe der Kosten für die Forderungsausfallversicherung auch davon ab, ob und wenn ja in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung vereinbart worden ist. Üblich sind in der Branche Selbstbeteiligungen von 20 Prozent je Versicherungsfall. Als Faustregel für die Kalkulation der Kosten für eine Forderungsausfallversicherung gilt: etwa 0,4 Prozent pro eine Million Euro Forderungen, also etwa 4000 Euro. Aber – wie bereits oben beschrieben – dieser allgemeine Richtwert wird von vielen verschiedenen Faktoren beeinflusst.

Entstehen bei Abschluss einer Forderungsausfallversicherung Kosten?

Ja, natürlich entstehen beim Abschluss der Forderungsausfallversicherung Kosten – allerdings nicht für Sie als Kunden. Das Versicherungsunternehmen hingegen hat vor und bei jedem Versicherungsabschluss bestimmte Aufwendungen zu verzeichnen, zum Beispiel:

  • Maklerprovisionen
  • Druck und Verteilung von Werbematerialien
  • Druck und Versand der Antragsformulare und Policen
  • Verwaltung
  • allgemeine Betriebskosten wie Strom, Wasser, Heizung etc.

Allerdings werden diese Kosten bei der Forderungsausfallversicherung schon im Voraus mit in die Kalkulation einbezogen und sind dementsprechend bereits in der Prämie enthalten.

Abschlusskosten, die auch explizit als solche bezeichnet werden und beim Abschluss auf den Kunden umgelegt werden, sind übrigens nur bei ganz bestimmten Versicherungen zulässig. Es handelt sich dabei ausschließlich um die sogenannten kapitalbildenden Versicherungen, also zum Beispiel die private Rentenversicherung oder die kapitalbildende Lebensversicherung. Hierbei gibt es jedoch feste gesetzliche Regelungen. So dürfen die Abschlusskosten nicht mehr als vier Prozent der zu erwartenden Beitragssumme ausmachen. Außerdem müssen sie über einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren gleichmäßig verteilt von den eingezahlten Beiträgen abgezogen werden. Die Kosten für die Forderungsausfallversicherung, die eine reine Risikoversicherung ist, können jedoch nicht nach diesem Schema auf den Versicherungsnehmer umgelegt werden.

Welche Gefahren und Kosten sind bei der Forderungsausfallversicherung im Schadenfall versichert?

In erster Linie deckt eine Forderungsausfallversicherung diejenigen Kosten ab, die dem versicherten Unternehmen daraus entstehen, dass ein Kunde seine Rechnungen nicht begleichen kann. Je nach den konkreten Vereinbarungen erfolgt der finanzielle Ausgleich durch das Versicherungsunternehmen entweder bereits bei einem Zahlungsverzug (in der Regel von mehr als zwei Monaten) oder aber erst, wenn die Zahlungsunfähigkeit des Kunden festgestellt worden ist. Ziel ist es, durch den Abschluss einer Forderungsausfallversicherung die Kosten zu vermeiden, die die Aufnahme eines kurzfristigen Kredits zum Ausbalancieren der Zahlungsausstände verursachen würde. Dabei sind Zahlungsausfälle wegen

  • Zahlungsunfähigkeit (Insolvenz) sowie wegen
  • Verzögerungen aufgrund der Eröffnung eines Konkursverfahrens

abgedeckt. Die Zahlungsunfähigkeit und der daraus resultierende Zahlungsausfall werden dabei angenommen,

  • wenn der Kunde Insolvenz angemeldet hat
  • wenn ein Konkursverfahren gegen den Kunden eröffnet worden ist
  • wenn es – im Ergebnis einer Liquiditätsprüfung – in absehbarer Zeit zur Eröffnung eines Konkursverfahren gegen den Kunden kommen wird.

Allerdings müssen für die Anerkennung eines Zahlungsausfalls als Schadensfall, das heißt also für die Übernahme der Kosten durch die Forderungsausfallversicherung, einige Bedingungen erfüllt sein. So muss

  • die Herstellung des bestellten Produktes abgeschlossen oder ein sinnvoller Zwischenschritt erreicht worden bzw.
  • die Ware vertragsgemäß ausgeliefert worden sein sowie
  • im Vertrag mit dem Kunden explizit vermerkt sein, dass die Ware bis zum Ausgleich der Forderungen im Besitz des Versicherungsnehmers verbleibt.

Wenn die Rechnung nicht beglichen wird und auch das Mahnverfahren ohne Ergebnis bleibt, dann führt die Forderungsausfallversicherung auf Kosten des Versicherers eine Liquiditätsprüfung beim Kunden durch. Wird die Zahlungsunfähigkeit festgestellt, dann leistet die Versicherung den entsprechenden Ausgleich. Werden Forderungen oder Teile davon bestritten, so übernimmt – bei einer entsprechenden Vereinbarung im Versicherungsvertrag – die Forderungsausfallversicherung auch die Kosten für die rechtlichen Maßnahmen.

Entstehen bei der Regulierung eines Schadens durch die Forderungsausfallversicherung Kosten?

Die Regulierung eines Schadens durch die Forderungsausfallversicherung ist für Sie nicht mit Kosten verbunden. Im Gegenteil: Sie können, weil Sie nicht selbst einen Kredit zur Überbrückung der Zahlungsausfälle aufnehmen müssen, dank der Forderungsausfallversicherung Kosten sparen, hauptsächlich für die Zinsen. Auch die mitunter recht hohen Kosten für einen Rechtsstreit trägt die Forderungsausfallversicherung, wenn dies entsprechend vereinbart worden ist. Das Versicherungsunternehmen finanziert diese Leistungen – so wie es bei Risikoversicherungen allgemein üblich ist – mithilfe der Beiträge derjenigen Versicherungsunternehmen, die keine Schadensfälle erleiden. Sollte jedoch eine Selbstbeteiligung festgeschrieben worden sein, so werden Sie als Versicherungsnehmer an den Kosten beteiligt, die die Forderungsausfallversicherung für die Schadensregulierung aufbringen muss.

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